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Ehemaliges Lahn-Marmor-Museum

Ein Museumsverein sichert das Erbe des Lahnmarmors

Bild Vereinsgründung am 11. September 1997 in der König-Konrad-Halle (aus altem Programm)

1997, fast eine Dekade nach der letzten Bergung von Marmorblöcken aus einem Marmorbruch an der Lahn, gründete sich in Villmar der Verein „Lahn-Marmor-Museum e.V.“, um der Nachwelt das Wissen um die Geschichte und die Tradition des Lahnmarmors zu erhalten. Seit dieser Zeit hat der Museumsverein eine kleine Erfolgsgeschichte geschrieben. Die rund 250 Mitglieder erhalten an den jährlichen Lahn-Marmor-Tagen sowie den Exkursionen zu Orten prominenter Verwendungen des Lahnmarmors, beispielsweise zur Jesuitenkirche nach Mannheim, zum Weilburger Schloss, zu den Domen von Köln, Mainz, Trier, Würzburg und Berlin sowie zu den Schlössern von Wiesbaden, Schwetzingen und Brühl, immer wieder Impulse. Aber auch Aktivitäten unmittelbar vor Ort sind zu erwähnen: Die Aufbereitung des geologischen Aufschlusses „Unica-Bruch“ durch die Vereinsmitglieder führte im Jahr 1998 dazu, dass dieses „mitteldevonische Stromatoporenriff in Lebendstellung“ zum Naturdenkmal erklärt wurde. Im selben Jahr eröffnete der Museumsverein eine erste kleine Dauerausstellung auf der Burg Runkel an der Lahn. 1999 wurden der Unica-Bruch und viele Kleindenkmäler aus Lahnmarmor in Villmar zu einem Lahn-Marmor-Weg zusammengeführt. Um die zwischenzeitlich geschliffene Schnittfläche aus der Abbauzeit des Unica-Bruchs, die einen sehr guten Einblick in das einmalige Stromatoporenriff ermöglicht, zu sichern, erfolgte 2001 eine Überdachung des Bruchs mit einem Zeltdach. All‘ diese Maßnahmen führten im Jahr 2001 zur Verleihung des „Hessischen Denkmalschutzpreises“ an den Museumsverein.

Bild Der Hessische Denkmalschutzpreis 73/136

Der Lahnmarmor gehört zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands

Zahlreiche Ausstellungen, beispielsweise am Frankfurter Flughafen, im Ruhrlandmuseum in Essen oder auch im Baumberger Sandstein-Museum in Havixbeck/Münsterland, trugen und tragen den Ruf des Lahnmarmors und des Museums weit ins Land. Berichterstattungen in regionalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften sowie Beiträge in Radio und Fernsehen machen Fachleute und interessierte Laien auf den Marmor von der Lahn aufmerksam. Vorträge von Experten und wissenschaftliche Beiträge lenken auch das Interesse der Wissenschaft auf die geologisch, historisch und architektonisch relevanten Aspekte des Massenkalks von der Lahn. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wurde der Lahnmarmor 2005 zum „Nationalen Geotop“ gewählt. Damit wurde der Lahnmarmor in die Liste der 77 bedeutendsten Geotope und Geotoplandschaften Deutschlands aufgenommen. Rund 100 ehemalige Marmorbrüche, gelegen zwischen Wetzlar und Katzenelnbogen, sind heute bekannt. 2017 wurde diese Zertifizierung „Nationales Geotop“ durch die Akademie für Geowissenschaften in Hannover verlängert. Ebenfalls im Jahr 2005 eröffnete der Verein Lahn-Marmor-Museum am Villmarer Brunnenplatz ein erstes kleines Museum.

(Bild aus altem Programm)

Schon sieben Jahre nach der Vereinsgründung konnten wir stolz sagen, dass wir unser wichtigstes Ziel, die Einrichtung eines Museums, erreicht hatten. Am 15. Mai 2005 war es dann so weit: Unter den Augen des Präsidenten des Hessischen Landsamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, Landrat Manfred Michel, Bürgermeister Hermann Hepp und zahlreichen Gästen aus Nah und Fern konnten wir mit den Bürgerinnen und Bürgern Villmars die Eröffnung unseres Museums feiern. 

Das Lahn-Marmor-Museum - ein Eingangstor zum GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus

2007 wurde das „Lahn-Marmor-Museum“ im Rahmen des „Länderübergreifenden Regionalen Entwicklungskonzepts (REK) Limburg-Weilburg-Diez“ Bestandteil des Leitprojektes 1 "GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus". Im sich anschließenden „Entwicklungskonzept GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus“ wurde der Lahnmarmor als ein zentrales Themenfeld definiert. Hierdurch angeregt erarbeitete der Museumsverein 2009 ein Konzept für ein neues Lahn-Marmor-Museum. Ein weiterer Grund war, dass das bisherige Museum mit seinen 50 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu klein geworden ist, um die Geschichte des Lahnmarmors, seine Entstehung, Bearbeitung und Verwendung adäquat zu präsentieren.

Mit Unterstützung der Gemeinde Villmar, Mitteln aus dem EU-Förderprogramm EFRE und privaten Sponsoren konnte das neue Museumsgebäude in unmittelbarer Nähe des Villmarer Bahnhofs errichtet werden.

Es wurde fleißig gearbeitet   Bilder 80 und 83 /136

58/138 und 76/136

Das "Museum" zieht um...so hieß es am 28.Februar 2015. Das Museum am Brunnenplatz war "klein, aber fein". Seit Mai 2005, also fast 10 Jahre lang, erfuhren Besucher auf anschauliche Weise die Entstehungsgeschichte des Lahnmarmors und wie der Marmor (eigentlich polierfähiger Kalkstein) die gesamte Region der Lahnmulde und das Leben der Menschen zu Zeiten des Abbaus geprägt hat. Viele ehrenamtliche Helfer/innen packten nun mit an und trugen die Exponate der ehemaligen Ausstellung durch das schmale Treppenhaus des Fachwerkhauses am Brunnenplatz zum Transport in den Neubau am Bahnhof.

Das Museumsgebäude wird eröffnet    63 und 70 / 136

Das heutige Museum ruht auf vier Säulen: Zum einen auf dem Museumsgebäude, das sich mit einer Ausstellungsfläche von 600 qm seit seiner Eröffnung im März 2016 in der Trägerschaft der 2015 gegründeten „Stiftung Lahn-Marmor-Museum“ befindet. Zum anderen bildet das Nationale Geotop „Unica-Bruch“, das 380 Meter vom Museumsgebäude entfernt liegt, die zweite Säule. Der Weg vom Gebäude zum „Unica-Bruch“ ist mit erdgeschichtlichen Informationstafeln bestückt, die dem Besucher die Reise in die erdgeschichtliche Vergangenheit der letzten 380 Millionen Jahre bis zum Mitteldevon erklären. Die dritte Säule ist der Lahn-Marmor-Weg (Marmorweg), der in zwei Runden durch den Ort und die Gemarkungen von Villmar führt. Der Weg streift alte Marmorbrüche und (ehemalige) Marmorwerkstätten sowie schöne Verwendungen des Marmors von der Lahn. Die vierte und jüngste Säule ist die Lahn-Marmor-Route (Marmorroute), ein Radweg entlang der Lahn, von Wetzlar bis nach Balduinstein, die die Region der ehemals 100 Marmorbrüche quert.

 

 

 

 

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