Eine Ausstellung über Elmar Hillebrand im Lahn-Marmor-Museum - Warum?

 

Die Idee zum Lahn-Marmor-Museum entstand Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Damals war die Zeit des Marmorabbaus an der Lahn noch nicht lange vorbei. Auch war die Zahl der Steinmetzbetriebe noch höher als heutzutage. Die geologische Bedeutung der Marmorbrüche war erst kurz zuvor erkannt worden. Aus alten, zugemüllten Steinbrüchen wurden Naturdenkmäler, der Unica-Bruch wurde sogar zum Nationalen Geotop gekürt. Die Zeit des Marmorabbaus war aber endgültig vorbei, viele Steinmetzbetriebe wurden geschlossen, denn die Konkurrenz aus dem Ausland wurde im stärker.

Vor diesem Hintergrund wurde am 11.9.1997 in der Villmarer König-Konrad-Halle der Verein Lahn-Marmor-Museum gegründet, der sowohl die geologische Entwicklung der heimischen Massenkalke erklären als auch die Geschichte der Marmorbetriebe an der Lahn sichern will. Darüber hinaus hat er sich zur Aufgabe gestellt, die Verwendung des schönen Werksteins von der Lahn weltweit zu erforschen.

Der Kölner Bildhauer Prof. Elmar Hillebrand hat über viele Jahrzehnte ein Großteil seiner Natursteinarbeiten mit Unterstützung des Villmarer Steinmetzbetriebes Engelbert Müller durchgeführt. Zum Betriebsinhaber Jakob Höhler hatte er ein vertrauensvolles Verhältnis. Steinmetze des Villmarer Betriebes waren für ihn in ganz Deutschland unterwegs, Arbeiten aus Naturstein, auch aus Lahnmarmor, die Hillebrand bei Engelbert Müller ausführen ließ, finden sich an vielen Orten, beispielsweise im Trierer Dom oder vor St. Bruno in Köln-Klettenberg. Nahezu eine Sensation war für die Villmarer die Entstehung der Statue des Hl. Severin für die Severinsbrücke in Köln. Der gewaltige Riese aus Carraramarmor dominierte lange Zeit die Ortsausfahrt von Villmar nach Aumenau. Der Abtransport des 4,20 Meter hohen Kolosses wurde sogar im Fernsehen gezeigt. Jedes Jahr führte Hillebrand als Professor an der TH Aachen mit seinen Studenten einen Praxis-Workshop in Villmar durch. Dort lernten die angehenden Architekten mit Hammer und Meißel umzugehen.

Es gibt viele Bezüge von Elmar Hillebrand zum Lahnmarmor und zu den Villmarer Steinmetzen. Hillebrand hat dazu beigetragen, den Ruf der Villmarer Steinmetze und die Bekanntheit Villmars als Ort qualifizierter Steinbearbeitung zu mehren. Letztlich war das Mitte der 90er Jahre noch im Betrieb Engelbert Müller stehende Gipsmodell des Hl. Severin ein Auslöser für die Gründung des Lahn-Marmor-Museums. Heute ist dieses Gipsmodell ein wichtiges Ausstellungsobjekt.

Bis zum 23. Juni 2019 zeigt das Museum die Sonderausstellung „Faszination Kalk“. Die Ausstellung reiht sich in die Themen des Museums nahtlos ein und hält insbesondere für Schulen ein umfangreiches Begleitprogramm mit Workshops und Exkursionen bereit.