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Finissage der Leonhard-Ausstellung am Samstag, dem 20. Oktober - Villmarer Blockwagen kehrt nach rund 160 Jahren zurück

Acht Monate zeigte das Lahn-Marmor-Museum in Villmar an der Lahn im Rahmen einer Sonderausstellung die Geschichte und das bildhauerische Werk der Familie Leonhard. Zum Ende der Ausstellung wurde der Bestand des Museums mit weiteren Objekten aus der Familie Leonhard bereichert.

So kehrte am 6. Oktober 2018 ein rund 200 Jahre alter Blockwagen, der vor gut 160 Jahren von Villmar nach Biebrich gerollt war, an seinen Heimatsort zurück. Im Rahmen einer Finissage, die am 20. Oktober 2018 im Villmarer Marmormuseum stattfand, wurde der Blockwagen zusammen mit weiteren Neuerwerbungen aus dem Leonhardschen Nachlass der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Mit diesem historischen, noch heute funktionsfähigen, Transportfahrzeug, das zweispännig und vierspännig gefahren werden konnte, wurden tonnenschwere Marmorblöcke bzw. fertige Kunstwerke aus Werkstein transportiert. Ein weiteres Highlight war eine Pferdetränke aus Lahnmarmor aus dem herzoglich-nassauischen Pferdestall in Schloss Biebrich, die vor gut 150 Jahren in den Besitz der Familie Leonhard gelangte.

Als Gäste waren u.a. zugegen Dr. Wilhelm Lendle, der aus den Erinnerungen von Johann Peter Leonhard an seine Militärzeit in der Nassauer Armee vorlas, und der Eltviller Bildhauer Robert Frank Schmidt, der den künstlerischen Nachlass von Ferdinand II Leonhard verwaltet. Es wurde über das Leben der Familie Leonhard berichtet und durch die Ausstellung geführt, in der einmalige Dokumente, Skizzen und Objekte gezeigt wurden.

Über ein Vierteljahrtausend bearbeiteten Mitglieder der Familie Leonhard den Lahnmarmor und andere Werksteinarten. Ausgangsort der Familientradition als Marmorierer, Steinmetze und Bildhauer war Villmar an der Lahn, wo Familienmitglieder noch bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts dem Handwerk des Steinmetzen nachgingen. Über acht Generationen widmeten mindestens 25 Mitglieder der Familie ihr Leben der Steinbearbeitung und schmückten mit ihrer Arbeit viele sakrale und profane Bauten, die wir - soweit sie erhalten sind - heute als schöne Gebäude bewundern können. Die meisten davon stehen unter Denkmalschutz. Ein weiterer Schwerpunkt der Leonhards lag in der Fertigung von Grabsteinen für den einfachen Bürger bis hin zu Grabdenkmälern für den Hoch-und Geldadel.

Das Lahn-Marmor-Museum zeigte im Rahmen der Ausstellung den Verlauf der Familiengeschichte im Kontext der Entwicklung des gesellschaftlichen Umfeldes. Weiterhin wurden die wichtigsten Arbeiten der Leonhards vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Ausstellung lag auf den originalen Skizzen und Ausführungsplänen der Leonhardschen Werkstätten in Villmar, Biebrich, Eltville, Bingen und den USA von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hinzu kamen Geschäftspapiere und persönliche Korrespondenz, die das Leben der Leonhards widerspiegelten.