K
P
Geschichte


EnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish

Das "Museum"  zieht um...so hieß es am 28.Februar 2015. Das Ende des Museums "Am Brunnenplatz".

Das Museum am Brunnenplatz war "klein, aber fein".
Seit Mai 2005, also fast  10 Jahre lang, erfuhren Besucher auf anschauliche  Weise die Entstehungsgeschichte des Lahnmarmors und wie der Marmor (eigentlich polierfähiger Kalkstein)  die gesamte Region der Lahnmulde und das Leben der Menschen zu Zeiten des Abbaus geprägt hat.
Die Besucher waren am Ende einer Zeitreise meist erstaunt über die Vielfalt der Strukturen und Farben. Besondere Eindrücke hinterließen oft  die Informationen  über die  weltweite Verarbeitung, hier insbesondere Bauwerke wie der Berliner Dom (Kaiserliche Treppenhaus), Empire State Building u.v.m..
Viele ehrenamtliche Helfer/innen packten  nun mit an und trugen die Exponate der ehemaligen Ausstellung durch das schmale Treppenhaus des Fachwerkhauses am Brunnenplatz zum Transport in den Neubau am Bahnhof.
Das mit Fördermittel der EU errichtete Gebäude soll bis Ende März  "baufertig" sein.
Sobald die letzten Maßnahmen, wie Sanitär und Elektro abgeschlossen sein werden, können die Mitglieder des Vereins Lahn-Marmor-Museum e.V. mit der Gestaltung der geplanten Ausstellung beginnen.  Bis dahin wurden die umfangreichen Gegenstände, die der Verein für den zukünftigen Betrieb des Museums an die Gemeinde übergibt, in der zukünftigen Werkstatt und im zukünftigen Bereich für Sonderausstellungen "zwischengelagert".

Trotz wiederholter Verzögerungen in der Bauphase ist die Museumseröffnung im März 2016 nun sicher ;-) .
 

Umzug des Museums Umzug des Museums Umzug des Museums Umzug des Museums

 

DIE ALTE AUSSTELLUNG IM ORTSKERN ...

Das Lahn-Marmor-Museum Schon sieben Jahre nach der Vereinsgründung konnten wir stolz sagen, dass wir unser wichtigstes Ziel, die Einrichtung eines Museums, erreicht hatten. Wir waren angetreten, ein räumliches Museum einzurichten. Dafür haben wir unseren Verein gegründet und uns zum Ziel gesetzt, das Wissen um den Lahnmarmor, um seine Entstehung und seine Verarbeitung, um sein Vorkommen in der Lagerstätte und als Werkstein an Gebäuden zu dokumentieren. Wir wollen damit das Gesicht einer ganzen Region, in deren Herzen der Marktflecken Villmar liegt, und das über Jahrhunderte vom Marmorabbau und seiner Verarbeitung geprägt wurde, nachzeichnen und in die Welt hinaus zu tragen. Dafür benötigen wir eine Heimat, und diese kann nur ein Museum sein.

Seit dem 1. Mai 2004 hatten wir ein richtiges Museum! Das obere Stockwerk des Fachwerkhauses am Brunnenplatz, Peter-Paul-Straße 39-41 in Villamr war  unser neues Domizil! Wie auf dem Bild rechts zu sehen ist, handelt es sich um ein historisches Fachwerkhaus. Der Erbauungszeitpunkt wurde durch ein dendrochronologisches Gutachten auf "um 1700" festgelegt (AUMÜLLER, L. (2003), in: Bilder zur Geschichte Villmars 1053-2003). Dieses Datum wird unterstützt von der Tatsache, dass ein Brand am 4. Mai 1699 insgesamt 105 Wohnhäuser und weitere Gebäude im Flecken vernichtet hatte. Der Erbauer des Hauses war Johann Jost Straub (AUMÜLLER, L (2004), in Lahn-Marmor-Nachrichten 10). Jedoch sind dies die einzigen Hinweise auf die Erbauung. 

Das Haus, dessen Eigentümerin seit dem Jahr 1983 die Gemeinde Villmar ist, wurde 1987 im Rahmen der Dorferneuerung und der Neugestaltung des Brunnenplatzes saniert - eigentlich waren es damals noch zwei schmale, stark renovierungsbedürftige Häuschen (ehemalige Eigentümer Ricker und Dill), die zu einem Haus umgebaut wurden, daher auch die doppelte Hausnummer.

Aufbauarbeiten im MuseumHier zeigen wir, was unsere Region über Jahrhunderte wirtschaftlich geprägt hat: Lahnmarmor. Dazu stehen uns vier Räume zur Verfügung, die zusammen einen Rundgang bilden, der die Entstehung des Lahnmarmors, den Abbau und natürlich die Anwendungsbeispiele zeigt. Schon im Eingangsbereich und Treppenhaus sieht der Besucher die verschiedenen Varietäten, vom schwarzen Schupbacher und Diezer, vom grauen Wirbelauer und vom grau-rosa Diezer Edelfels und Villmarer Bongard bis hin zu den kräftig roten Varietäten Unica (Villmar) und Auberg (Gaudernbach). Natürlich reden wir über Abbautechnik in historischer Zeit und über den aktiven Abbau in Steeden und Hahnstätten. Dazu zeigen wir zahlreiche historische Fotos, unter den Objekten veranschaulichen Werkzeuge, was des Steinmetz tägliches Brot war. Natürlich sind die Abbaumethoden, die ja in modernen Brüchen oftmals noch genauso praktiziert werden, wie seinerzeit an der Lahn, Thema der Ausstellung. Einen wichtigen Platz nehmen die Anwendungsbeispiele ein, die sich insbesondere auf handliche Dinge, wie Bettwärmer spezialisieren, aber auch vom Empire State Building in New York erzählen. Und wenn es sich ergibt, zeigen wir auch moderne Steinkunst.

Aufbauarbeiten im MuseumDie beiden Bilder, die noch leere Vitrinen zeigen, geben einen Eindruck, wie wir aufgebaut haben: fleißige Mitglieder unseres Vereins, in Arbeitskleidung und mit Farbeimern bewaffnet wuselten Tage- und wochenlang in den neuen Räumen. Aber auch die Vitrinen - danke an dieser Stelle an Paul Wienand vom Bergbaumuseum in Weilburg! - waren schon da und erhielten den letzten Schliff.

Durchschneiden des roten BandesAm 15. Mai 2005 war es dann so weit: Unter den Augen des Präsidenten des Hessischen Landsamtes für Denkmalpflege, Prof. Dr. Gerd Weiß, Landrat Manfred Michel, Bürgermeister Hermann Hepp und zahlreichen Gästen aus Nah und Fern konnten wir mit den Bürgerinnen und Bürgern Villmars die Eröffnung unseres Museums feiern. Das nebenstehende Bild zeigt die Ehrengäste beim Durchtrennen des roten Bandes. Nicht nur ist an diesem Tag Wirklichkeit geworden, was wir und bei der Vereinsgründung zum Ziel gesetzt hatten, nicht nur ist ein Traum durch viel Arbeit und stetes Bemühen Wirklichkeit geworden, es ist auch ein Anfang für neue Ziele rund um die Erforschung und Präsentation des Lahnmarmors, rund um und für Villmar, die Region und alle Interessierten und Neugierigen.

 

Panorama aus dem Villmarer Ortskern mit Blick auf´s Museum und Rathaus